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Wunsch und Wirklichkeit:
Ansichten eines CO2-freien
Bergparks
Auf dieser
Seite finden Sie eine kleine Auswahl von fotografischen Impressionen,
die belegt, dass auf dem Weg zu einem abgasfreien Bergpark noch
eine lange Wegstrecke zurückgelegt werden muss. Ohne Straßenbahn
ist dieses Ziel schon gar nicht zu erreichen. Den HNA-
Artikel "Im Bergpark ohne Abgase" vom 13. März
2010 finden Sie hier.
Kommentare der HNA-zu diesem Artikel können Sie hier
nachlesen.
Tatsache ist,
dass der Individualverkehr innerhalb des Bergparks Privilegien
genießt, von dem der ÖPNV nur träumen kann. Einige
Beispiele:
Neue Elektrobusse sollen bald als Service für Autofahrer
zwischen Parkplatz Ochsenallee und Schlossplateau pendeln. Die
Inszenierung des Besucherzentrums am Herkules ist - so die Aussage
der Architekten - ganz auf den Auto fahrenden Besucher ausgerichtet.
Die neue Linie 23 bringt Autofahrer nach den Wasserspielen vom
Schloss durchs Druseltal wieder zurück zum Herkules. Das
Kaskadenrestaurant darf weiter mit dem Auto angesteuert werden.
Die Tulpenallee ist trotz 7.000 täglichen Pkw-Fahrten (2,5
Mio. Fahrzeuge jährlich) angeblich "kein Schaden oder
Mangel für das Prädikat Welterbe". Prof. Küster,
mhk-Direktor, brachte in einem Interview das Verkehrskonzept für
den Bergpark so auf den Punkt: "Wir werden unsere Gäste
vom Parkplatz abholen und zum Schloss oder Herkules fahren".
Donnerstagabend können Museumsbesucher zwischen 17 und 21.30
Uhr kostenlos ihr Auto auf dem Parkplatz des Schlosshotels abstellen.
Und das Oldtimer-Bergparkrennen, zweifellos ein schönes Event,
darf weiterhin im Einzugsbereich des Bergparks stattfinden.
Das Gesamterschließungskonzept
für den Bergpark Wilhelmshöhe, das die Kasseler Stadtverordnetenversammlung
auf Vorschlag des Magistrats kürzlich verabschiedet haben,
schreibt den Status Quo in die Zukunft fort. Es enthält keinen
strategischen Ansatz, die Verkehrsmittelahl auf dem Weg zum Bergpark
und durch den Kurbezirk von Bad Wilhelmshöhe zu beeinflussen.
Deshalb ist und bleibt der Begriff "CO2-freier Bergpark"
ein Etikett ohne Wert.
Schade, denn das sensible Ensemble hätte mehr Nachhaltigkeit
verdient.
Sehen Sie
selbst:
Tulpenallee und Schloss:

Bislang noch
das Verkehrsmittel Nummer 1, wenn es zum Bergpark Wilhelmshöhe
und durch den Kurbezirk geht: das Auto. Daran soll sich vorerst
nichts ändern, so will es jedenfalls das Gesamterschließungskonzept
für den Bergpark.

Frühling
lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte,
und uns wohlbekannte
Düfte - jedes Jahr fahren fast 2,5 Millionen Fahrzeuge auf
der Tulpenallee mitten durch den "CO2-freien
Bergpark". Auch nach dem Umbau der Tulpenallee bleibt die
Leistungsfähigkeit und ihr Charakter als Durchgangsstraße
erhalten, und damit auch die Verkehrsmengen.

... und vorbei
am Besucherzentrum an der Endhaltestelle der Linie 1.

Eine Verlängerung
der Straßenbahnlinie 1 entlang der Tulpenallee mit einem
Rasengleis haben Stadt und Land rigoros abgelehnt, u.a. weil die
Oberleistungsmasten das Welterbe beeinträchtigen würden.
Doch was sagen Parkästheten zu diesem Anblick?

Oder dazu?

Der Zugang
in den Park will erarbeitet sein: Das lange Warten auf eine Lücke,
um endlich die Straße überqueren zu können.

Zu Fuß,
mit dem Rad, per Auto oder dem Bus, der "mitschwimmt":
Nur das leistungsfähigste Kasseler Verkehrsmittel, die Straßenbahn,
fehlt auf diesem Bild. Für alle Zeiten?

Dieselbe Situation
von der anderen Seite.

Bei besonderen
Ereignissen wie den Wasserspielen oder dem Bergparkfest an Himmelfahrt
2010 (unser Bild) ist der Parkplatz unterhalb des Schlosses gut
frenquentiert. Die Neuor-
ganisation des vorhandenen Parkraums soll für eine noch bessere
Auslastung sorgen; Autos und Reisebusse werden noch mehr Platz
vorfinden. Beim Bergparkfest musste die Polizei diesen und den
"Brandt-Stoph-Parkplatz" schließen - nichts ging
mehr...

...wie auch
dieses Bild eindrucksvoll zeigt.

Das Lichtband
einer nicht enden wollenden Fahrzeugschlange auf der Wilhelmshöher
Allee nach den beleuchteten Wasserspielen.

Parken rund
ums Schloss, Teil 1.

Parken am Schloss,
Teil 2.
Parken am
Schloss, Teil 3.

Parken am Schloss, Teil 4.

Parken am Schloss, Teil 5.

©
Dr. Heribert Menzel; 20.11.2010
Dieses Bild stellte uns Herr Menzel zur Verfügung. Sein Kommentar
dazu: "Vor der Feuerwehrzufahrt zum Schlosshotel parkte der
holländische Reisebus. Während der 15 Minuten, die ich
auf die Linie 23 wartete, war kein Fahrer oder Fahrgast zu sehen.
Es ist ja schon ein Fortschritt, dass jetzt ein KVG-Bus auf der
OL 23 eingesetzt wird. Aber ein Aushängeschild ist dieser
Betrieb nicht. Am Parkplatz Endstation Wilhelmshöhe wissen
die auswärtigen und ausländischen Besucher nicht, an
welcher Haltestelle (Straße oder Parkplatz) sie warten müssen.
Am Parkplatz müssen sich die zum Teil gehbehinderten Fahrgäste
von Straßenniveau in den Bus quälen. Bei der Frage
nach dem Bus zum Herkules nach den Wasserspielen zeigte sich der
Fahrer absolut unwissend japanischen Fahrgästen gegenüber.
Bei der Fahrt vom Schloss zum Parkplatz kam der Bus um 15:42:30
Uhr an (Plan 15:39 h). So war ein Spurt nötig, um gerade
noch die SL 1, Abfahrt 15:44 h zu bekommen."

Die Linie 23 bei der Einfahrt in den Bergpark kurz hinter dem
Gewächshaus. Nicht nur der ÖPNV darf die Kommunalstraße
bis zur Löwenburg befahren, sondern auch die Gäste des
Kaskadenrestaurants.

Gegenverkehr: Eine Landstraße in Nordhessen? Leider nein,
sondern die Kommunalstraße durch den Bergpark auf Höhe
des Aquädukts.
Umfeld Kaskadenrestaurant:

Der Parkplatz
des Kaskadenrestaurants, das ohne Zweifel eine gastronomische
Bereicherung für den Bergpark darstellt. Ist dieser Parkplatz
belegt, ...

... wird am Straßenrand der Zufahrtsstraße geparkt.
Dort ist ausreichend Platz vorhanden.

Effizienter
geht es natürlich so. Dann passen noch mehr Fahrzeuge hin.

13. Juni 2010:
Ein Taxi auf dem Weg zum Kaskadenrestaurant. Dieser Tag stellt
alles in den Schatten, wie die weiteren Bilder zeigen:

13. Juni 2010:
Der Blick nach oben auf dem Weg zum Kaskadenrestaurant. Die Pkw
stehen bis hinter die Kurve. Die Besucher der Wasserspiele gehen
auf dem Weg zum Steinhöfer Wasserfall durch ein Spalier parkender
Autos, die beidseitig neben der Zufahrtstraße parken.

Hier die gleiche
Ansicht von der anderen Seite. Im Hintergund zweigt der Weg zum
Steinhöfer Wasserfall ab.

Der Blick von
oben.
.

Selbst auf
dem Serpentinenweg oberhalb des Kaskadenrestaurants fand sich
noch ein schattiges Plätzchen. Insgesamt parken im Einzugsbereich
des Kaskadenrestaurants am
13. Juni 2010 gegen 15 Uhr sage und schreibe 64 Fahrzeuge!

Der Blick vom Kaskadenrestaurant bergab (Stand: 27. Juni 2010)
- ob unsere Bildergalerie die Verantwortlichen aufgeschreckt hat,
oder ob es lange geplant war: Jedenfalls sind die Flächen
auf der linken Seite komplett mit Flatterband abgesperrt, erste
Erdarbeiten lassen vermuten, dass dieser Randstreifen begrünt
werden soll und dann für parkende Autos nicht mehr zur Verfügung
steht. Obwohl der LIONS Club an diesem Sonntag seinen traditionellen
Benefiz-Jazz-Frühschoppen am Kaskadenrestaurant durchführt,
hält sich der Parkverkehr in Grenzen. Viele Gäste scheinen
dem Bergpark zuliebe zu Fuß gekommen zu sein oder den angebotenen
Shuttle-Transporter genutzt zu haben.

Herkulesgeburtstag
17.7.2010: Es geht doch noch schlimmer - kurz vor 20 Uhr hier
findet man am Wegrand mehr parkende Autos als Pilze... Im Ernst:
Das Erlebnis Bergpark macht so einfach keinen Spaß mehr.
Die Kommunalstraße ist bis weit unten zugeparkt. Zur Orien-
tierung: Am Ende dieser Geraden geht es links zum Steinhöfer
Wasserfall, rechts geht es hoch zum Kaskadenrestaurant.

Herkulesgeburtstag 17.7.2010: Diese Fußgänger
sind alle mit dem Bergparkbus gekommen und legen die letzten Meter
zum Neptunbecken zu Fuß zurück - wie es dem Gartendenkmal
angemessen ist. Ob sie jedoch diesen Car-Show-Room im Grünen
erwartet haben?

Herkulesgeburtstag
17.7.2010:
Einschließlich des schwarzen Smart am rechten Bildrand parken
12 Pkw auf dem Weg oberhalb des Kaskadenrestaurants, der für
jeglichen Verkehr - außer Forstbetrieb - absolut tabu ist.
Bergparkbesucher berichten uns, dass dies mittlerweile zu einem
Dauerzustand geworden ist. Wie kann es gelingen, 2013 von der
UNESCO als Welterbe anerkannt zu werden, wenn man das in im Zentrum
der Kernzone des Bergparks zulässt?
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Zu diesen Bildern schreibt uns Prof. Hardy Fischer vom
Verein Bürger für das Welterbe, der den Herkulesgeburtstag
mit historischer Fackelbeleuchtung des Neptunbeckens und
barocker Bläsermusik zum Wasserlauf der Kaskade veranstaltet
hatte:.
"Die abgebildeten Fahrzeuge gehören nicht
den Besuchern des Herkules-
geburtstages des Vereins Bürger für das Welterbe,
der sich seit 10 Jahren massiv für die Welterbebewerbung
und damit für eine dem Gartendenkmal angemessene Nutzung
einsetzt. Die auf den Fotos gezeigten PKW's gehören
ausschließlich den Samstagabendgästen des Kaskadenrestaurants.
Diese Zufahrt geschieht mit ausdrücklicher Genehmigung
der Parkbehörde MHK - Museumslandschaft Hessen Kassel
das ganze Jahr hindurch. Diese Regelung halten wir für
absolut kontraproduktiv.
Die Bürger für das Welterbe als Veranstalter mussten
ca. 70 angemeldeten Fahrzeuge an unseren Zugangskontrollen
passieren lassen. Weitere Fahrzeuge haben die Bürger
für das Welterbe abgewiesen.
Statt PKW-Verkehr wurden von den Bürgern für
das Welterbe in sehr guter Zusammenarbeit mit der KVG Sonderfahrten
des Bergparkbusses Linie 23 und des Herkulesbusses angeboten."
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Die Situation am Herkules:

2. Mai 2010:
Der Parkplatz unterhalb der Straße vor dem Herkules ist
an den Wochenenden schnell belegt. Wer später kommt...

... kehrt um
und parkt auf der Zufahrtsstraße, oder...
... am Straßenrand
vor der Baustelle des neuen Besucherzentrums. Mancher tritt sogar
frustriert wieder die Heimfahrt an.

2. Mai 2010,
14.30 Uhr, Wasserspiele. Eben ging ein Gewitter nieder, trotzdem
ist viel los am Herkules. Security versucht, dem Verkehr Herr
zu werden und die Durchfahrt zur Buswende-
schleife am Herkules zu verhindern. Dem Fahrer des schwarzen Mercedes
gelingt es trotzdem "durchzubrechen", um weiter oben
bequemer zu wenden....

... und kommt
prompt dem Bus der Linie 22 in die Quere.

Was für
ein Glück, dass es nicht mehr lange dauert, bis der Parkplatz
vor dem neuen Besucherzentrum fertig ist. Ein großer Teil
ist bereits freigegeben zum Parken (Stand: 13.6.2010). Hier wird
der rote Teppich ausgerollt für alle, die mit dem Auto zum
Herkules kommen. Die Architekten haben besonderen Wert darauf
gelegt, die Inszenierung des neuen Besucherzentrums ganz auf diejenigen
Gäste auszurichten, die sich vom Parkplatz kommend dem künftigen
Welterbe nähern.

Noch funktioniert
die neue Ästhetik dieser großzügigen Parkflächen
nicht, mag sich auch unser Herkules denken (ganz links), aber
wenn das große Areal erst einmal mit vielen Fahrzeugen belegt
ist, wird man den Blick von hier auf das Wahrzeichen Kassels sicher
zu schätzen wissen (Bild: Ende April 2010).

30.Mai 2010:
Der Baufortschritt des neuen Parkplatzes ist deutlich zu erkennen.
Autofahren zum Herkules macht bald richtig Spaß. Großzügige
und komfortable Parkplätze, insgesamt viel Platz und wunderbare
Sicht auf den Herkules schon beim Aussteigen. Da stört umwelt-
freundlicher ÖPNV nur, und die Versiegelung einer ziemlich
großen Fläche dient schließlich einem guten Zweck:
den zahlreichen motorisierten Bergparkbesuchern das Ankommen so
angenehm wie möglich zu gestalten. Das ist nachhaltig gelungen!

Am 31. Mai
2010 wird Richtfest für das neue Besucherzentrum am Herkules
gefeiert. Die bereits fertiggestellten Bereiche des neuen Parkplatzes
werden tags zuvor dankbar angenommen, verhindern wildes Parken
und entschärfen den Parkdruck der vergangenen Wochenenden.Wenn
hier die Bauarbeiten abgeschlossen sind, befindet sich in Sichtweite
des Herkules Kassels schönster Parkplatz.Für unser Welterbe
ist das Beste gerade gut genug.

Barocke Blickachsen
einmal modern interpretiert: Wenn der neue Parkplatz fertig ist,
dürfen hier keine Fahrzeuge mehr fahren oder parken, auch
die alte Buswendeschleife wird dann begrünt. Zumindest diese
Maßnahme findet unsere uneingeschränkte Unterstützung.

Wenn Besucherzentrum
und Parkplatz vollendet sind und im Umfeld des Oktogon neue Wege
und Grünflächen angelegt wurden, hat man von hier einen
garantiert CO2-freien Blick auf dieses großartige Denkmal.

Sie sehen an
diesen Bildern: Das Thema Verkehrserschließung des Bergparks
bleibt aus unserer Sicht eine unvollendete Baustelle.
Damit
wir nicht missverstanden werden: Niemandem kann und soll vorgeschrieben
werden, mit welchem Verkehrsmittel er in den Bergpark fährt.
Uns geht es darum, dass faire Wettbewerbsbedingungen herrschen
- damit es endlich attraktive Alternativen gibt, zwischen
denen man sich entscheiden kann. Der Bus zum Herkules hat
in diesem Wettbewerb keine Chance. Er besitzt keine Angebotsqualität,
die die Besucher überzeugt, bei der Fahrt zum Bergpark
mal auf das Auto zu verzichten. Das beweist er seit 1966.
Erst
die Erschließung mit einer Straßenbahn, die
die Besucher schnell, komfortabel und barrierefrei aus der
Innenstadt zum Wahrzeichen der Stadt befördert, ist
in der Lage, mehr Menschen als bisher zu überzeugen,
in ein umweltfreundliches Verkehrsmittel umzusteigen. Und
erst mit diesem Baustein gelingt der Einstieg in eine nachhaltige
Strategie, um den Bergpark, den Kurbezirk und den Stadtteil
Bad Wilhelmshöhe von Lärm und Abgasen zu entlasten.
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Hand aufs Herz:
Ist die hier abgebildete, umweltfreundliche Alternative nicht
die bessere und vernünftigere Verkehrsmittelwahl für
die Fahrt zu unserem künftigen Welterbe, wenn man bedenkt,
wie viele wertvolle Flächen innerhalb des Bergparks für
den motorisierten Individualverkehr zur Verfügung gestellt
werden?
Die Fahrt
mit der Straßenbahn aus der Innenstadt zum Herkules wird
selbst zu einem Erlebnis werden, das sich hervorragend vermarkten
lässt, mehr Nachfrage erzeugt und zusätzliche Einnahmen
verspricht.
Was zu
dieser Vision noch fehlt? Die mutige Entscheidung, sie wie einst
Gustav Henkel einfach umzusetzen!
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