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KVG-Forum im Internet:
Die Tram zum Herkules hat nach
vier Jahrzehnten zum ersten Mal eine faire Chance zu einem Neuanfang
Dietrich
Meier hat am 24.9.2008 im Online-Forum der KVG einen bemerkenswerten
Beitrag verfasst, den wir an dieser Stelle mit dem Einverständnis
des Autors dokumentieren. Am Ende dieses Beitrags finden Sie außerdem
eine tolle Idee für ein originelles Geschenk; die Idee hierfür
stammt vom Sohn des Autors, Hendrik Meier. Wir bedanken uns herzlich
dafür!
Und hier der Text:
Mit Spannung
wird in diesen Wochen und Monaten das von der Stadt Kassel in
Auftrag gegebene Gutachten über die vorgeschlagene Straßenbahnverlängerung
zum Herkules erwartet. Und so wie dort das Für und Wider
von Bus und Tram einander gegenüber gestellt werden muß,
so ist auch in diesem Forum der KVG-Freunde die Meinung zur Neuen-Herkulesbahn
sehr verschieden.
Hier kommt
mein Beitrag zu der Frage, ob der Bus eine dauerhafte Lösung
für den ÖPNV zum Herkules ist. Die Ist-Situation beantwortet
diese Frage mit ja, denn immerhin fährt seit
über 40 Jahren eine Buslinie zum Herkules.
Anders sieht
es allerdings aus, wenn man nach der Potentialausschöpfung
dieser Linie zum Herkules fragt. Hier bleibt der heute verwendete
Busbetrieb in einem sehr unerfreulichen Maß hinter den erreichbaren
Fahrgastzahlen zurück.
Für den
Vergleich von Buslinien und Tramlinien gilt als Faustregel, daß
die Fahrgastakzeptanz einer Buslinie in der Regel nur halb so
hoch ist, wie die Fahrgastakzeptanz einer Tramlinie. Stellt man
eine Tramlinie auf Busbetrieb um, so sinken für gewöhnlich
die Fahrgastzahlen um die Hälfte; richtet man hingegen auf
einer heute verkehrenden Buslinie wieder einen Straßenbahnverkehr
ein, so steigen die Fahrgastzahlen wieder. Meistens verdoppeln
sie sich innerhalb von 1-2 Jahren.
Doch diese
Faustregel greift bei einer Linie zum Herkules noch zu kurz, da
eine größere Fahrgastzahlensteigerung erwartet werden
darf. Um diese Einschätzung zu untermauern, ist es nötig,
sich den Modal-Split der Verkehrsmittelwahl einmal etwas genauer
anzusehen. Mit dem Modal-Split sind die Untersuchungen gemeint,
aus denen hervorgeht, welche Personen welches Verkehrsmittel vorzugsweise
verwenden.
Ich will versuchen,
die Verkehrsmittelwahl der Gesamtbevölkerung zunächst
am Beispiel einer anderen Großstadt zu zeigen und sehe dazu
nach Bremerhaven. Diese Stadt hat Anfang der 1980er Jahre die
letzte verbliebene Straßenbahnlinie eingestellt. Seither
fahren nur noch Busse. Von den einst 25 Millionen Fahrgästen
pro Jahr sind in dieser Stadt noch 13 Millionen Fahrgäste
pro Jahr übrig geblieben. Der Verkehrsbetrieb liebt es, sich
für diese verbliebenen 13 Millionen Fahrgäste selber
auf die Schulter zu klopfen und tut dies vor den Bewohnern der
Stadt, die zum größten Teil mit der genannten Millionenzahl
überhaupt nichts anfangen können. Wer jedoch diese Zahl
mit den Ergebnissen anderer Verkehrsbetriebe vergleicht, der sieht
sehr schnell, daß man in Bremerhaven eigentlich nicht 13
Millionen Fahrgäste befördern müßte, sondern
30 Millionen Fahrgäste, wenn man denn gut sein will. Wie
gesagt: Ein Busbetrieb halbiert durchschnittlich die Fahrgastzahlen.
In Bremerhaven sinken die Zahlen nur deshalb nicht noch weiter
ab, weil fast nur noch diejenigen Personen in den Bussen sitzen,
die zwingend auf die Busse angewiesen sind. Verkehrsplaner sprechen
von den 3 Personengruppen, die jeweils mit dem Buchstaben A beginnen.
Diese Personengruppen haben einfach zum angebotenen Verkehrsmittel
keine Alternative, weil sie noch nicht Auto fahren dürfen,
oder weil sie nicht mehr Auto fahren können, oder auch weil
sie zu arm sind, um sich ein Auto zu leisten. Wenn Menschen aus
diesen Personengruppen sich bewegen wollen, bleibt ihnen fast
gar nichts anderes übrig, als mit dem Bus zu fahren, sofern
sie sich nicht mit Muskelkraft bewegen wollen. Freiwillig sitzen
hingegen nur sehr wenige Personen in den Bussen von Bremerhaven.
Emotional
gesehen wird ein Linienbus - allen Werbeprospekten zum Trotz -
von vielen Menschen als Verkehrs-Hindernis empfunden. Dieser emotionale
Zugang der Gesamtbevölkerung ist gegenüber einer Tram
anders. Sie wird nicht nur als Verkehrs-Alternative empfunden,
sondern mehr noch: Sie gilt als Verkehrs-Mittel. Auf der Internetseite
http://www.digitalesstadtfenster.de/ sagt eine Werbefirma über
die Kasseler Straßenbahn: Die Straßenbahn ist
in Kassel die Basis der Mobilität der Bevölkerung.
Man muß sich diesen einfachen Satz auf der Zunge zergehen
lassen. Er stellt ein Lob erster Klasse für die KVG und ihren
Straßenbahnbetrieb dar. Die Tram in Kassel ist also nicht
nur Zweitwagenersatz, sondern 1. Wahl bei der Entscheidung der
Bevölkerung für ein Verkehrsmittel. Das heißt,
die Tram wird freiwillig als Verkehrsmittel gewählt, obwohl
viele Fahrgäste sich auch für ein anderes Verkehrmittel
(z.B. ein Auto) entscheiden könnten. Die meisten Straßenbahnfahrgäste
müssen also nicht mit der Straßenbahn fahren,
sondern sie wollen und machen dies.
Wenn man nun
fragt, wie viele Fahrgäste pro Tag den ÖPNV zum Herkules
benutzen müssen, so muß man kein Prophet
sein, um sagen zu können, daß dieses fahren müssen
nur auf sehr wenige Fahrgäste zutreffen wird. Denn wer zum
Herkules fährt, der fährt in der Regel freiwillig dorthin,
um sich ein paar Stunden der Erholung oder Entspannung zu gönnen.
In den KVG-Bussen zum Herkules sitzen dann - vom Modal-Split her
gesehen - die wenigen verbliebenen Fahrgäste, die doch noch
bereit sind, freiwillig einen Bus im Linienverkehr zu benutzen.
Unstrittig dürfte jedoch sein, daß diese Restgruppe
der Busbenutzer innerhalb eines Fahrgastpotentials nur einen kleinen
Anteil ausmacht.
Die Einrichtung
einer Straßenbahnverlängerung zum Herkules läßt
somit auf dieser besonderen Linie weit mehr als nur eine gewöhnliche
Verdoppelung der Fahrgastzahlen erwarten, weil grade in Kassel
die Tram ein Verkehrsmittel ist, daß in hohem Maß
aus freiem Antrieb von den Fahrgästen gewählt wird und
damit - im Unterschied zum Bus - ein dickes Stück vom Verkehrsaufkommen
zum Herkules für sich abschöpfen kann. Außerdem
bringt eine Tram die Fahrgäste nicht nur umsteigefrei von
der City zur Attraktion Herkules, sondern wird mit
der Bergfahrt durch den Habichtswald auch selbst zur Attraktion
für die Bergparkbesucher.
Es bleibt
hier dann die Frage, ob das ÖPNV-Verkehrsaufkommen zum Herkules
so stark ansteigen wird, daß sich die Verlängerung
einer bereits bestehenden Straßenbahnlinie auch finanziell
rechnet. Hier gilt grundsätzlich die Auskunft, daß
der ÖPNV in keiner Großstadt dieses Landes 100-prozentig
kostendeckend abgewickelt werden kann. Andererseits hat der Förderverein
Neue Herkulesbahn Kassel e.V. wirksame und ernstzunehmende
Finanzierungsvorschläge auf den Tisch gelegt und auch die
KVG braucht sich in Sachen wirtschaftliche Betriebsführung
nicht zu verstecken.
Für die
Beurteilung des Erfolges einer Strecke zum Herkules genügt
es jedoch nicht, einzig und alleine auf eben diese Strecke zum
Herkules zu sehen. Vielmehr erfährt das Gesamtnetz der Tram
in Kassel durch eine attraktive Paradestrecke eine weitere emotionale
Aufwertung in der Gesamtbevölkerung. Diese Steigerung der
Wertschätzung könnte sogar auf denjenigen Tramlinien
zu einer Erhöhung der Fahrgastzahlen führen, die gar
nicht auf eine Anbindung zum Herkules ausgelegt sind. Ein solcher
Ausstrahlungseffekt ist in der Automobilindustrie bereits bekannt.
Einige Hersteller preiswerter Kleinwagen bieten einfach deshalb
auch exklusiv-eingerichtete Fahrzeuge an, damit sie einen Lichtpunkt
in der Autowelt plazieren können, der das Gesamtimage eines
Fahrzeugherstellers als hochwertig in Szene setzt.
Der wirtschaftliche
Kunstgriff für eine Neue-Herkulesbahn muß darin bestehen,
eine Strecke preiswert zu bauen und auch preiswert pflegen zu
können. Für eine Low-Cost-Variante muß aus grundsätzlichen
Überlegungen heraus alles auf den Prüfstand, was nicht
zwingend für den Betrieb der Strecke zum Herkules notwendig
ist.

Servicequalität
zu Zeiten der Herkulesbahn: Anzeigetafeln an den innerstädtsischen
Haltstellen informierten Wintersportler über die Schneeverhältnisse
am Herkules und auf dem Hohen Gras. Der fortschreitende Klimawandel
sorgt dafür, dass nur noch in höheren Lagen der
Schnee liegen bleiben wird. Die Herkulesbahn wird jung und
alt mit ihren Schlitten ins winterliche Vergnügen bringen.
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Ein
weiteres Argument für den Bau einer Straßenbahnstrecke
in den Habichtswald möchte ich noch beisteuern: Die Winter
in den nächsten Jahren werden wärmer. Darum wird
es auch in der Stadt Kassel nur noch selten Schnee geben.
Außerhalb der Wärmeabstrahlung einer Großstadt
und 400 Höhenmeter über der Stadt ist jedoch durchaus
eine Wintertemperatur realistisch, die 4-7 Grad kälter
ist als im Stadtbereich. Konnten Kinder und Jugendliche bisher
am Schloß Wilhelmshöhe gut Schlittenfahren, so
verlagern sich diese Winterfreuden zwangsweise in höhere
Regionen, in denen noch Schnee liegen kann. Eine Straßenbahnlinie
zum Herkules würde dann diejenigen Fahrgäste an
sich ziehen, die bisher mit ihrem Schlitten zum Schloß
Wilhelmshöhe fuhren. Auch hier gilt dann der Vorteil,
daß viele Kinder- und Jugendliche aus Kassel umsteigefrei
die Höhen des Habichtswaldes erreichen können. Ein
weiterer Teil der Fahrgäste bekommt am Bahnhof Wilhelmshöhe
und in der Königstraße immerhin eine geschützte
Umsteigemöglichkeit innerhalb des Straßenbahnnetzes
geboten, das an den genannten Stellen vom individuellen Auto-
und LKW-Verkehr bewußt freigehalten wird. |
Für
die nachwachsenden Generationen an Kindern und Jugendlichen wäre
es also ein Gewinn, wenn sie nicht nur theoretisch Schlittenfahren
können, sondern auch eine einfache und praktische Möglichkeit
bekommen, die weiße Pracht des Winters zu genießen.
Die Tram zum
Herkules hat nach 4 Jahrzehnten zum ersten Mal eine faire Chance
zu einem Neuanfang. Diese Chance sollte im Hinblick auf die Klimaveränderung
und im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Stadt Kassel genutzt
werden.
Die
LEGO-Tram:
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An
dieser Stelle machen wir gerne einmal Schleichwerbung - die
Idee stammt von Hendrik Meier.
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Die Bestellung
der blauen LegoTram N2C verläuft in 6 Schritten:
1. Installieren
Sie das kostenlose Programm LegoDigitalDesigner auf Ihrem Computer.
http://club.lego.com/de-de/buildit/tipsdetails.aspx?id=50728
2. Laden Sie
die kleine Datei "Ks-N2C.lxf" mit dem Bauplan der LegoTram
von der Hompage www.neue-herkulesbahn.de/Ks-N2C.lxf
herunter.
3. Starten
Sie jetzt das neu installierte Programm LegoDigitalDesigner und
öffnen Sie aus diesem Programm heraus die kleine Datei "Ks-N2C.lxf"
auf Ihrer Festplatte, die den Bauplan für die LegoTram enthält.
Nun können Sie das LegoTram-Grundmodell ansehen oder auch
nach eigenen Vorstellungen verändern. Veränderungen
am Grundmodell sollten Sie jedoch separat abspeichern, denn die
Beibehaltung des Grundmodells hat den Vorteil, daß es real
erprobt ist und sich als stabil erwiesen hat.
4. Sodann
müssen Sie sich bei Lego als Kunde online anmelden (registrieren)
um sich dort einloggen zu können. Dazu sind ein paar Angaben
zu Name, Anschrift und Zahlungsweise bei Einkäufen nötig.
5. Ab jetzt
können Sie aus dem Programm LegoDigitalDesigner heraus die
LegoTram N2C online an Lego schicken und alle benötigten
Bausteine zusammenstellen lassen. Das Sortiment sollte etwa 39
Euro kosten. Sie erhalten die bestellten Legosteine nach etwa
einer Woche in einem bunten Karton mit einem einliegenden verschlossenen
Beutel.
6. Wenn Sie
den LegoDigitalDesigner nach Erhalt der Ware noch einmal starten
und die Datei für die LegoTram N2C öffnen, können
Sie sich dort anzeigen lassen, wie die Bahn zusammengebaut wird.
Tipp: Nehmen
Sie sich bei der Onlinebestellung etwas Zeit, denn Lego bietet
Ihnen während der Schritt-für-Schritt-Bestellung einen
kostenlosen Service an, den Sie auf jeden Fall nutzen sollten:
Sie können das Design der Verpackung für die LegoTram
mit einfachen Mitteln sehr schön gestalten. Die blaue LegoTram
bekommt dadurch einen professionellen Gesamtauftritt, so das sich
sich gut als Weihnachtsgeschenk oder als Geburtstagsgeschenk eignet.
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