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ÖRDERVEREIN NEUE HERKULESBAHN

   
 










 


Pressemitteilung 1.1.2012

Die Diskussion über die Herkulesbahn beginnt jetzt erst richtig

"Die Diskussion über die Notwendigkeit einer umweltfreundlichen Erschließung des Herkules mit einer Straßenbahn ist keineswegs zu Ende, sie beginnt jetzt erst richtig!" Damit reagiert der Vorsitzende des Fördervereins Neue Herkulesbahn Kassel e.V., Michael Schwab, auf eine Aussage des Kämmerers Dr. Jürgen Barthel, der gegenüber der HNA erklärt hatte, die Diskussion um die Herkulesbahn sei "völlig aus der Welt".

Drei Gründe widerlegen die Auffassung des Kämmerers der Stadt Kassel:

Im Februar 2011 habe die Stadtverordnetenversammlung mit den Stimmen von SPD, CDU, Bündnis90/Grüne und Freie Wähler den Magistrat aufgefordert, mit dem Land Hessen über die Finanzierung der Herkulesbahn zu verhandeln. An diesen klaren Handlungsauftrag des Stadtparlaments sei der Magistrat weiterhin gebunden. Durch die jüngst erfolgte Wahl eines neuen Stadtbaurats sei damit zu rechnen, dass dieser Beschluss jetzt umgesetzt und die Stadt in die Verhandlungen mit dem Land Hessen eintreten werde. Da auch die Hessische Kulturministerin Eva Kühne-Hörmann mehrfach ihre Sympathie für die Herkulesbahn zum Ausdruck gebracht habe, sei mit konstruktiven Gesprächen zu rechnen, da auch dem Land daran gelegen sei, das zukünftige Welterbe vor zu großen Verkehrsbelastungen dauerhaft zu schützen.

Zweitens habe die Stadt Kassel das Herkulesbahn-Projekt des Fördervereins erst im Oktober 2011 als offizielles Jubiläumsprojekt für die 1100-Jahr-Feier Kassels 2013 ausgezeichnet. Der Förderverein habe bis heute keine Signale seitens des Magistrats der Stadt Kassel erhalten, dass dieses in jeder Hinsicht ehrenwerte bürgerschaftliche Engagement seiner Mitglieder nicht mehr erwünscht sei.

Drittens sei das seit März 2011 zu beobachtende Verkehrschaos am Herkules Grund genug, alle bisherigen Verkehrskonzepte für die Erschließung des Bergparks kritisch zu hinterfragen. Die neue Gastronomie, die Einweihung des Besucherzentrums und die Wiedereröffnung des Herkules hätten innerhalb weniger Monate zu einem Besucheransturm geführt, den der Förderverein stets prognostiziert hatte, den die zuständigen Verkehrsplaner jedoch erst in 10 oder 15 Jahren erwartet haben. Die Folge: Der neue Parkplatz kann den Zuwachs nicht mehr aufnehmen, KVG-Busse stehen im Stau, die für Reisebusse reservierten Parkplätze sind ständig durch Falschparker besetzt, Waldwege des Naturparks Habichtswald werden illegal zugeparkt, der Bus als ÖPNV-Alternative hat im Wettbewerb weiter an Boden verloren. An diesen Fakten komme keiner vorbei. Diese Zustände seien weder eine Visitenkarte für die Kulturstadt Kassel, noch für den Kurbezirk Bad Wilhelmshöhe oder das schützenswerte Welterbe-Ensemble.

Wenn in diesem documenta-Jahr und 2013 zum Stadtjubiläum und dem Hessentag die Besucher und kulturbegeisterte Touristen zu Hunderttausenden Kassel besuchen, werden die falschen verkehrlichen Weichenstellungen für den Bergpark noch deutlicher zutage treten. Deshalb besteht dringend Handlungsbedarf für mehr umweltfreundliche Mobilität. Allein die Straßenbahn als das leistungsfähigste und komfortabelste ÖPNV-Verkehrsmittel werde in der Lage sein, nennenswerte Fahrgastpotenziale an sich zu binden. Wer das nicht wolle, müsse dem Naturpark Habichtswald große Flächen für weitere asphaltierte Parkplätze abtrotzen. Deshalb beginnt die Diskussion über die Herkulesbahn erst jetzt richtig - und jetzt erst recht.