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ÖRDERVEREIN NEUE HERKULESBAHN

   
 










 


Pressemitteilung vom 10.2.2015

Wann endlich verhandeln Stadtbaurat Nolda und Verkehrsminister Al Wazir?

"Um der Verkehrsprobleme im Bergpark Wilhelmshöhe Herr zu werden, muss die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 als Herzstück einer touristischen Erschließung des Weltkulturerbes jetzt endlich vorangetrieben werden", sagt Wolfgang Kann, Vorstandsmitglied des Fördervereins Neue Herkulesbahn. Jahr für Jahr werden in Kassel dank des UNESCO-Welterbeprädikats immer neue Tourismusrekorde erzielt. Kehrseite dieses Erfolgs seien wachsende Autoschlangen, die sich durchs Druseltal quälen und einen Parkdruck erzeugen, der die Erlebnisqualität des Kasseler Wahrzeichens doch sehr beeinträchtigt.

Als der Magistrat 2010 das Gesamterschließungskonzept für den Bergpark verabschiedete, gingen die Verkehrsexperten von einem Besucherzuwachs von maximal 30 Prozent in den kommenden zehn Jahren aus. Tatsächlich verdreifachte sich laut MHK die Zahl derer, die die Wasserspiele besuchen, und auch außerhalb der Saison und selbst im Winter kommen viel mehr Touristen und Naherholungssuchende in den Bergpark. "Wer sich bei den Besucherprognosen um den Faktor 10 verschätzt, hat natürlich auch nicht die Verkehrsinfrastruktur auf diesen Boom ausgerichtet, der dauerhaft auf hohem Niveau bleiben wird", so Wolfgang Kann. Der Besucheransturm deutet gleichzeitig das enorme Fahrgastpotenzial für die Straßenbahn an, das derzeit völlig brach liegt, weil Stadt und Land sich nicht den großen Wurf zutrauen.

"Es sind jetzt genau vier Jahre vergangen, seit die Kasseler Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt hat, mit dem Land Hessen über die Finanzierung einer Herkulesbahn zu verhandeln", erinnert Kann. In diesen vier Jahren haben die Blechlawinen viel Feinstaub und Stickoxide, Staus und Lärm im schützenswerten Bergpark und im Kurbezirk Bad Wilhelmshöhe produziert.

"Warum aber nutzt ein grüner Stadtbaurat nicht die historisch einmalige politische Konstellation, um mit dem grünen Verkehrsminister in Wiesbaden darüber zu sprechen, wie es gelingen kann, das großartige hessische Weltkulturerbe in Kassel mit einem maßgeschneiderten ÖPNV-Angebot umweltfreundlicher als bisher zu erschließen?" kritisiert der Förderverein. Verkehrsminister Tarek Al Wazir müsste sich einmal nicht nur um Lärmpausen am Frankfurter Flughafen oder den Weiterbau der Autobahn A 44 kümmern, sondern könnte in Kassel modellhaft einen Impuls für tatsächliche Nachhaltigkeit setzen.

"Mit der Herkulesbahn werden jedes Jahr mehr Menschen zum Wahrzeichen Kassels fahren als Passagiere von Kassel-Calden je fliegen werden", sind die Mitglieder des Fördervereins überzeugt. Eine Stadt, die einen so hohen Qualitätsanspruch an ihr kulturelles Angebot hat und sich ehrgeizig anschickt, Kulturhauptstadt Europas werden zu wollen, sollte ebenso beherzt die Vision der Wiederbelebung der Herkulesbahn zur verkehrliche Erschließung des weltweit einzigartigen Bergparks angehen. Die Millionen für den neuen Parkplatz am Herkules oder die Umgestaltung der Tulpenallee waren verkehrlich die Pflicht, doch erst die Straßenbahn zum Herkules wird die Kür für das Welterbe sein.