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ÖRDERVEREIN NEUE HERKULESBAHN

   
 
 










 

FAZ Kassel Streifzüge/ Mittwoch, 11. September 2013

Herkules mit Parkproblemen

Ende Juni stieg Kassel mit seinem Herkules und dessen Wasserspielen in die Weltliga auf. Die Unesco erklärte die kunstvollen barocken technischen Anlagen, die seit drei Jahrhunderten reibungslos funktionieren und die Zuschauer zweimal wöchentlich in Verzückung versetzen, zum Weltkulturerbe. Die frohe Botschaft drang offenbar in zahlreiche Winkel dieser Welt, denn die Besucherzahlen an Herkules, Kaskaden, Teufelsbrücke, Aquädukt und Fontäne, die zuvor schon beachtlich waren, schossen abermals in die Höhe. Etwa 8000 Gäste nehmen jeweils mittwochs und sonntags um 14.30 Uhr an dem Spektakel teil. Der Andrang wiederum fordert die Infrastruktur. Die Zahl der Parkplätze, die zuvor verringert worden war und weiter verringert werden wird, reicht nicht aus. Die Gäste parken ihre Fahrzeuge kreuz und quer an den Zufahrtsstraßen zum Park Wilhelmshöhe, so dass auch die Busse der städtischen Verkehrsgesellschaft kaum passieren können.

Es ist nicht so, dass der Engpass nicht absehbar gewesen wäre. Die Freunde der Herkulesbahn, die eine Wiedererrichtung der in den 1960er Jahren demontierten Straßenbahnlinie zum Herkules fordern, hatten seit Jahren ihr Begehren mit dem Hinweis auf den wachsenden Besucherstrom begründet. Doch die Verantwortlichen in Stadt und Land wollten der Welterbejury nicht voreilig mit einer Verkehrsplanung vorgreifen. Nachdem diesen Sommer über die Stadt genug Zeit hatte, ihre Überforderung vor Besuchern aus aller Welt zur Schau zu stellen, ist die Situation nun mit einem simplen Parkleitsystem, Platzanweisern und Zubringerbussen unter Kontrolle gebracht worden. Und auch das Land reagiert auf den Besucheransturm.

Das Besucherzentrum am Herkules und die Besucherplattform des Monuments werden vom 1. September an auch montags - und damit täglich - von 10 bis 17 Uhr geöffnet sein, verkündete Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Zugleich soll im Park ein Wegeleitsystem die Orientierung erleichtern und das "Verkehrserschließungs-konzept" für die kommende Wasserspielsaison überarbeitet werden.