F
ÖRDERVEREIN NEUE HERKULESBAHN

   
 
 










 

Welerbe und ÖPNV:

Würzburger Residenz soll mit Straßenbahn erschlossen werden

1981 wurde die Würzburger Residenz einschließlich Residenzplatz und Hofgarten von der UNESCO als "Weltkulturgut" in die Liste des "Kultur- und Naturerbes der Welt" aufgenommen und damit unter besonderen Schutz gestellt. Die UNESCO würdigte die Würzburger Residenz "als das einheitlichste und außergewöhnlichste aller Barockschlösser".

Schade nur, dass der Platz vor der Residenz (deshalb wird sie auch lieber von der Gartenseite fotografiert) seit Jahr und Tag als kostenpflichtiger Parkplatz genutzt wird - mit 400 Stell-
plätzen! Das Umfeld der Würzburger Residenz soll jetzt neu gestaltet werden. Unter anderem soll ein städtebaulicher Wettbewerb zur Gestaltung des Residenzplatzes durchgeführt und die Verkehrsverhältnisse und die Erreichbarkeit des UNESCO-Weltkulturerbes verbessert werden. Der Ausschnitt aus Google maps zeigt die derzeitige Situation:

 
Größere Kartenansicht

 


© T. Naumann/ STRASSENBAHN MAGAZIN

Die Fachzeitschrift STRASSENBAHN MAGAZIN berichtet in ihrer Ausgabe vom 19.8.2009, dass Würzburg mit der neuen Hubland-Linie eine zweite Schienenachse durch die Innenstadt und zum Welterbebereich "Würzburger Residenz" erhält. Der Artikel enthält viele gute Argumente für eine ÖPNV-Erschließung auch des künftigen Kasseler Welterbes.

Artikel als pdf



© tvtouring.de/ Stadtgespräch vom 22.1.2010

Über die neue Straßenbahnlinie, die u.a. das UNESCO-Welterbe ürzburger entlasten soll, gibt es auch einen interessanten Filmbeitrag. Wir dokumentieren an dieser Stelle eine Diskussion im TV touring mit Oberbürgermeister Georg Rosenthal, Stefan Kummer vom Verschönerungsverein Würzburg und dem Geschäftsführer der WVV, Thomas Schäfer.


Zum Beitrag (36 Minuten)

Oberbürgermeister Rosenthal hat sich in dieser TV-Sendung mit vielen guten Argumenten für die Straßenbahn ausgesprochen. Er wies darauf hin, dass das Fahrgastpotenzial mehr als verdoppelt würde, wenn man die Busse durch Bahnen ersetzt. Es handele sich um eine langfristige Investition in die Zukunft und ein Komfortangebot, das das gesamte Umfeld der neuen Linie verbessern würde. Es werde im Zusammenhang mit der Straßenbahn viel zu wenig über die Werthaltigkeit gesprochen, die mit ihr verbunden sei: Die Straßenbahn sei nicht nur ein Verkehrsmittel, "sondern verschafft uns überhaupt erst Möglichkeiten, über neue Verkehrslenkungen nachzudenken". Eine Botschaft auch an das Rathaus von Kassel.

Eine Stellungnahme von ICOMOS

Mit der neuen Straßenbahnlinie erhofft man sich in Würzburg also auch eine Entlastung für das Welterbe. Das ist zum Einen durch den Rennweg gefährdet, eine vielbefahrene Straße, die nördlich an der Residenz vorbeiführt; Schwerverkehr, 700 Busse sowie tausende Pkw's täglich werden durch sie verursachte Mikroerschütterungen, Abgase udn Feinstaub immer mehr zu einem Hauptrisiko für den Bestand der Residenz als Welterbe. ICOMOS hat im Zusammenhang mit den Verkehrsplänen der Stadt Würzburg dringend empfohlen, diesen Rennweg zu schließen. Zum Anderen ist die Blechwüste des Parkplatzes auf dem Vorplatz der Residenz keine Augenweide. Auch hier wird über Alternativen nachgedacht.

In einem Beitrag der Mainpost v. 3.3.2010, den wir hier dokumentieren, kommt Giulio Marano zu Wort, der Sprecher der Monitoring-Gruppe des Deutschen Nationalkomittees von ICOMOS, der auch die Stadt Kassel in Sachen Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe berät.